Fettstoffwechsel und Metabolisches Syndrom
Die Arbeitsgruppe „Fettstoffwechsel und metabolisches Syndrom“ beschäftigt sich mit der Frage, in welchem Zusammenhang Arteriosklerose mit Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Fettleibigkeit oder dem metabolischen Syndrom steht.
Während einerseits in den vergangenen Jahrzehnten das Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil gestiegen ist und die flächendeckende Einführung von Cholesterin-senkenden Medikamenten (Statinen) ihre positive Wirkung entfaltet hat, kann man andererseits in Deutschland und vielen anderen Regionen der Erde einen sprunghaften Anstieg von Übergewicht und Fettleibigkeit beobachten, der den positiven Trends entgegenwirkt. Die zentrale Adipositas – gekennzeichnet durch Fettansammlungen im Bauchraum – ist ein wichtiger Risikofaktor für das metabolische Syndrom. Dieses Syndrom wiederum steht in engem Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Dyslipidämie. Dadurch spielt es bei der Entstehung von Arteriosklerose eine wichtige Rolle. Das metabolische Syndrom ist aktuell für 6 bis 7 Prozent aller Todesfälle in den Vereinigten Staaten verantwortlich.
Wir betreiben Ursachenforschung auf molekularer Ebene, besonders im Bereich des Fettstoffwechsels und der Lipide, um wichtige pathologische Mechanismen im Zusammenspiel von Arteriosklerose und metabolischem Syndrom aufzuklären. Im Rahmen der PROCARDIS-Studie suchen wir außerdem nach beteiligten genetischen Faktoren.
PROCARDIS ist eine von der EU geförderte genomweite SNP- und CNV-Assoziationsstudie, in der wir nach Genen suchen, die eine vorzeitig auftretende koronare Herzkrankheit (KHK) begünstigen. Das Studienkollektiv umfasst 2658 betroffene Geschwisterpaare und 1189 Kernfamilien (sogenannte Trios-Familien), in denen insgesamt 4653 Fälle von frühzeitiger Koronarsklerose (vor dem 66. Lebensjahr) aufgetreten sind. Hinzu kommen 5188 gesunde Kontrollen. 30 Prozent der Erkrankten haben ein metabolisches Syndrom.
Die Studienteilnehmer stammen aus dem Vereinigten Königreich (Universität Oxford), aus Schweden (Karolinska-Institut), Deutschland (LIFA) und Italien (Mario-Negri-Institut). Für Fälle und Kontrollen haben wir eine umfangreiche Datenbank mit klinischen und biochemischen Daten aufgebaut. Das Studienprogramm besteht aus einer Genfindungsphase (2007 bis 2009) und einer nachfolgenden Gencharakterisierungsphase (2009 bis 2011).
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