Forschung
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in den Industrieländern. Im Jahr 2007 etwa starben in Deutschland fast 57.000 Menschen an Herzinfarkt und weitere 26.000 an Schlaganfall. Vor diesem Hintergrund sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein massives Problem - nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für das Gesundheitssystem.
Der Auslöser für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist häufig die Arteriosklerose, im Volksmund auch „Gefäßverkalkung“ genannt. Arteriosklerose ist eine allgemeine Erkrankung des Gefäßsystems, die sich über Jahre und Jahrzehnte entwickelt, ohne Krankheitssymptome zu verursachen. Umso schwerer sind die Folgeerkrankungen: Neben Herzinfarkt und Schlaganfall gehört dazu auch die vaskuläre Demenz, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn ausgelöst wird.
Für die Entstehung von Arteriosklerose gibt es einige klassische Risikofaktoren: Rauchen zum Beispiel, aber auch hohe Cholesterin- und Blutdruckwerte, Stress oder kalorien- und fettreiche Ernährung. Daneben spielen auch die Gene eine Rolle. Die Veranlagung zu verkalkten Gefäßen lässt sich jedoch nicht an einem einzigen Gen und auch nicht an einem einzigen Risikofaktor festmachen – die Arteriosklerose ist vielmehr eine multifaktorielle Erkrankung. Zu verstehen, wie sie entsteht, ist der entscheidende Schritt für die Entwicklung effektiver Behandlungsmethoden.
Das Leibniz-Institut für Arterioskleroseforschung (LIFA) ist wissenschaftlich und organisatorisch unabhängig und betreibt themenorientierte Forschung auf dem Gebiet der Arteriosklerose. Es widmet sich den Schlüsselaspekten dieser komplexen Krankheit: Den Vorgängen in Körperzellen und den beteiligten Genen. Sein Anspruch orientiert sich immer an wissenschaftlicher Exzellenz. Getreu dem Motto der Leibniz-Gemeinschaft, „Theoria cum praxi: Wissenschaft zum Nutzen und Wohl der Menschen“ werden am LIFA systembiologisch-medizinische Ansätze entwickelt.
Im Programmbereich 1, „Molekulare Arterioskleroseforschung“, untersuchen die Forscher die zellulären Mechanismen, die bei der Entstehung von Arteriosklerose eine Rolle spielen. Der Programmbereich teilt sich in das Department „Zellbiologie und Ultrastrukturforschung“ sowie die Arbeitsgruppen „Fettstoffwechsel und metabolisches Syndrom“ und „Signalgesteuerte Mechanismen der Atherogenese“. Im Programmbereich 2, „Genetische Prädisposition kardiovaskulärer Erkrankungen“ , geht es um die Frage, welche Gene in welchem Umfang an der Erkrankung beteiligt sind. Der Programmbereich umfasst die Departments „Genetische Epidemiologie vaskulärer Erkrankungen“ und „Molekulare Genetik kardiovaskulärer Erkrankungen“ sowie die Arbeitsgruppe „Genetik des HDL-Cholesterins und molekulare Diagnostik“.
Das Institut verfügt zudem über eine „Core Facility“, in der die institutseigenen Großgeräte gebündelt sind. Sie dient als zentrale Dienstleistungseinrichtung und wird nicht nur intern, sondern auch institutsübergreifend genutzt.
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