Forschung
Genetische Epidemiologie vaskulärer Erkrankungen
Das Department „Genetische Epidemiologie vaskulärer Erkrankungen“ beschäftigt sich mit der Rolle, die genetische Faktoren bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen. Unser Ziel ist es, das Wechselspiel zwischen Genen und Umwelteinflüssen im Zusammenhang mit diesen Krankheiten genauer zu untersuchen. Darüber hinaus wollen wir neue Konzepte entwickeln, mit denen man die genetische Veranlagung für multifaktorielle Erkrankungen untersuchen kann; solche Konzepte müssen den polygenen Charakter der Erkrankungen und den Einfluss von Umweltfaktoren berücksichtigen. Mittelfristig sollen unsere Forschungsergebnisse in Genom-basierte Algorithmen und diagnostische Methoden einfließen, die die Vorhersage, Früherkennung, Therapie und Klassifikation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessern.
Das Department ist in mehrere nationale und internationale Forschungsnetzwerke eingebettet, die sich alle mit der Suche nach genetischen Faktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen beschäftigen. Dazu gehört zum Beispiel das BMBF-geförderte Netzwerk „Genetics of heart failure – from populations to disease mechanisms“, das zum nationalen Genomforschungsnetz gehört. In diesem Netzwerk übernimmt unser Department die genetisch-epidemiologische Betreuung der klinischen Partner und beteiligt sich auch an der Entwicklung neuer statistischer Methoden für die Analyse komplexer genetischer Krankheiten. Darüber hinaus sind wir Mitglied in mehreren internationalen Konsortien, die mit genomweiten Assoziationsstudien die genetische Disposition für Herzinfarkt und Schlaganfall untersuchen.
In Münster selbst kooperieren wir mit mehreren Instituten am Universitätsklinikum (UKM) – insbesondere mit der Klinik und Poliklinik für Neurologie (Prof. Ringelstein), dem Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin (Prof. Berger) und der Pädiatrischen Hämato-Onkologie (Prof. Nowak-Göttl). Dabei interessieren wir uns besonders für die genetischen Grundlagen des Schlaganfalls bei Kindern und bei Erwachsenen. Indem wir die genetischen Faktoren in diesen beiden Krankheitskomplexen vergleichen, erhoffen wir uns eine bessere molekulare Klassifikation der Ursachen und damit neue Möglichkeiten für Vorhersage und Früherkennung von Risiken, die zum Schlaganfall führen können. Eine wichtige Rolle wird in Zukunft die Unterteilung der Risikofaktoren spielen: Wir werden unterscheiden müssen zwischen Faktoren der Gerinnungsneigung, entzündlichen Prozessen und arteriosklerotischen oder vaskulären Prozessen.
Mit der Neubesetzung des Lehrstuhls für Kardiologie am UKM und der Besetzung einer Schwerpunktprofessur für die Genetik myokardialer Erkrankungen an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) ergeben sich für uns neue Anknüpfungspunkte für Patienten-orientierte Forschung. Wir erwarten daher eine weitere Stärkung der Grundlagen- und der klinischen Forschung im Bereich arteriosklerotischer Erkrankungen – sowohl am LIFA als auch an der WWU.

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